Trichogramm als Diagnose-Instrument bei Haarausfall

14. June 2010

Eine der wichtigsten Fragen in der Diagnose von Haarausfall sind Menge und Ursache für den Ausfall der Haar. Eine der wichtigsten Untersuchungen ist das so genannte Trichogramm. Es erlaubt nicht nur einen Eindruck der Menge der ausfallenden Haare zu gewinnen, sondern auch Rückschlüsse auf die Ursachen zu ziehen.

Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass Haare in einem so genannten Wachstumszyklus wachsen. Einer Wachstumsphase (Anagen) folgt eine Ruhephase (Katagen), bevor die Haare dann in der dritten Phase ausfallen (Telogen).

Das klassische Trichogramme beinhaltet etwa 50-100 Haare aus verschiedenen Teilen der Kopfhaut. Das Verfahren ist einfach. Die umliegenden Haare werden aus dem Weg gekämmt und mit Haarspangen festgehalten. Der Hautarzt nimmt dann ein Bündel von Haaren und steckt sie in einer Klammer mit gummierten Enden. Diese Klemme wird dann benutzt um ein Bündel Haare auszureißen.

Die so gewonnenen Haare werden auf einer Folie geklebt oder auch in einem Klebstoff eingebettet und die Haare werden dann unter einem Mikroskop bei ausreichender Vergrößerung betrachtet. Dabei spielt vor allem eine Rolle, welcher Prozentsatz der Haare sich in jeder der drei Phasen des Haarwachstums befindet:

Haare in der Anagenphase haben in der Regel lebende Zellen am Ende der Wurzel und besitzen oft einen Mantel aus lebenden Zellen (die sogenannte Wurzelscheide). Telogenhaare haben dagegen ein andere Form am Ende und keine lebenden Zellen mehr an der Haarwurzel. In der Praxis erfordert die Untersuchung unter dem Mikroskop ausreichend Erfahrung. Helfen kann unter Umständen eine Färbemethode.

Entscheidend ist nun das Verhältnis der Haare, die sich in der Wachstumsphase befinden in Relation zu den ausfallenden Haaren. Üblicherweise sind 10 bis höchstens 25 % der Haare in einer Ausfallphase. Sind es mehr ist dies ein deutliches Anzeichen von einem Haarproblem. Aus dem Verhältnis der Haare kann der Arzt auch Rückschlüsse auf die Ursache des Haarausfalls ziehen.

Beispielsweise kann so unterschieden werden, ob ein anlagebedingter Haarausfall oder ein so genanntes Telogeneffluvium vorliegt. Beim anlagebedingten Haarausfall ist das Verhältnis der ausfallenden Haare zu den wachsenden Haaren an den Stellen der beginnenden Kahlheit deutlich erhöht, während es auf der Rückseite des Kopfes normal ist. Liegt dagegen eine grundsätzliche Störung des Haarwachstum vor, ist das Verhältnis überall ähnlich.

Insofern ist das Trichogramme eine sehr aussagekräftige Methode. Trotzdem gibt es eine ganze Reihe von Problemen mit dieser Untersuchungsmethode. Es müssen Haare ausgerissen werden, was für den Patienten keine angenehme Prozedur ist. Auch erfordert die Auswertung relativ viel Zeit und Erfahrung von dem Hautarzt.

In der Praxis wird daher ein Trichogramm nur von vergleichsweise wenigen Ärzten durchgeführt. Hoffnung bieten neuere Verfahren, die diese Untersuchung auf Basis einer Mikroskopie und einer computergestützten Auswertung ohne dass zuvor Haare ausgerissen werden müssen. Diese neue Technologie bietet damit auch den Vorteil, dass die Untersuchung einfach wiederholt werden kann, und so Aufschluss über den Erfolg oder nicht Erfolg einer eingeleiteten Therapie bieten kann

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